Informationen zum V-Modell XT

Was ist das V-Modell XT?
Das V-Modell ist ein Leitfaden zum Planen und Durchführen von Entwicklungsprojekten unter Berücksichtigung des gesamten Systemlebenszyklus. Dabei definiert das V-Modell die in einem Projekt zu erstellenden Ergebnisse und beschreibt die konkreten Vorgehensweisen, mittels derer diese Ergebnisse erarbeitet werden. Darüber hinaus legt das V-Modell die Verantwortlichkeiten der einzelnen Projektbeteiligten fest. Es regelt also Wer Wann Was in einem Projekt zu tun hat

Was bedeutet XT in V-Modell XT?
Der Namenszusatz XT steht für eXtreme Tailoring. Dies soll die hohe Anpassungsfähigkeit des V-Modells an die unterschiedlichsten Anforderungsprofile der verschiedenen Projekte und Organisationen verdeutlichen.

Welchen Nutzen bringt der Einsatz des V-Modells?
Das V-Modell regelt detailliert, Wer Wann Was in einem Projekt zu tun hat. Es liefert konkrete Hilfestellungen bei der Entwicklung und enthält Anleitungen und Empfehlungen, wie Arbeiten durchzuführen sind. Diese Vorgaben ermöglichen auch bei komplexen und umfangreichen Projekten eine systematische Durchführung. Dadurch werden Projekte besser plan- und nachvollziehbar und resultieren zuverlässiger in Ergebnisse von hoher Qualität.

Welche Ziele verfolgt das V-Modell?
Wie erreicht das V-Modell die angestrebten Ziele?

  1. Minimierung der Projektrisiken
    Durch die Vorgabe standardisierter Vorgehensweisen sowie die Beschreibung der zugehörigen Ergebnisse und der verantwortlichen Rollen erhöht das V-Modell die Projekttransparenz und verbessert die Planbarkeit von Projekten. Planungsabweichungen und Risiken werden bereits frühzeitig erkannt. Prozesse lassen sich besser steuern und damit wird das Projektrisiko eingedämmt.
  2. Verbesserung und Gewährleistung der Qualität
    Ein standardisiertes Vorgehensmodell stellt sicher, dass die zu liefernden Ergebnisse vollständig und von gewünschter Qualität sind. Definierte Zwischenergebnisse können frühzeitig geprüft werden. Einheitliche Produktinhalte machen die Ergebnisse besser lesbar, verständlicher und leichter zu überprüfen.
  3. Eindämmung der Gesamtkosten über den ganzen Projekt- und Systemlebenszyklus
    Durch die Anwendung des standardisierten Vorgehensmodells läßt sich der Aufwand für die Entwicklung, die Herstellung, den Betrieb und die Pflege und Wartung eines Systems auf transparente Weise kalkulieren, abschätzen und steuern. Die erzeugten Ergebnisse sind einheitlich und leichter nachvollziehbar. Dies verringert die Abhängigkeit des Auftraggebers vom Auftragnehmer und führt zu vermindertem Aufwand in anschließenden Aktivitäten und Projekten.
  4. Verbesserung der Kommunikation zwischen allen Beteiligten
    Die standardisierte und einheitliche Beschreibung aller relevanten Bestandteile und Begrifflichkeiten ist die Basis des wechselseitigen Verständnisses aller Projektbeteiligten. So werden Reibungsverluste zwischen Nutzer, Auftraggeber, Auftragnehmer und Entwickler reduziert.

Für welche Zielgruppe wurde das V-Modell entwickelt?
Das V-Modell wendet sich an alle Beteiligten von Entwicklungsprojekten, sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Auftragnehmerseite. Als Vorgehensmodell zur Führung von Projekten richtet es sich dabei besonders an alle Projektleiter und Führungskräfte, die Vorhaben beaufsichtigen, durchführen und begleiten. Für die Projektmitarbeiter bietet das V-Modell vielfältige Unterstützung für ein erfolgreiches Mitwirken und Mitgestalten in den Projekten. Das V-Modell unterstützt die Abwicklung von Projekten in Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen sowie militärischen Bereichs, wie auch bei den Behörden und Dienststellen des Bundes und der Bundeswehr

Wo liegen die Grenzen des Verfahrens?
Die folgenden Gesichtspunkte werden vom V-Modell nicht abgedeckt. Sie müssen zusätzlich geregelt werden, oder es muss eine Anpassung des V-Modells erfolgen:

  • Die Vergabe von Dienstleistungen wird nicht abgedeckt. Das V-Modell betrachtet nur die Vergabe von Gewerken.
  • Die Vergabe von Unteraufträgen ohne Ausschreibungsverfahren wird im V-Modell nicht unterstützt.
  • Bei Einführung und Pflege eines organisationsspezifischen Vorgehensmodells wird nicht zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer unterschieden.
  • Die Organisation und Durchführung von Betrieb, Instandhaltung, Instandsetzung und Aussonderung des Systems wird nicht im V-Modell abgedeckt. Dagegen ist die Planung und Konzeption dieser Aufgaben sehr wohl im V-Modell geregelt.


Wer kann/muss das V-Modell einsetzen?
Das V-Modell ist generell für alle Unternehmen, insbesondere auch für kleine und mittelständische Unternehmen geeignet. Bei den zivilen und militärischen Vorhaben des Bundes ist dieser Entwicklungsstandard durch die Koordinierungs- und Beratungsstelle für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) empfohlen worden. Damit ist das V-Modell XT für alle Ressorts der Bundesbehörden anzuwenden, auch ohne einen weiteren Erlass. Es besteht allerdings die Möglichkeit, davon abzuweichen, jedoch
nur mit Begründung.

Führt die V-Modell-Anwendung auch zu einer Aufwandsreduzierung?
Ja, dadurch, dass das Modell bereits Entwicklungsdokumente und ihre Strukturen vorgibt, müssen diese nicht mehr selbst entworfen werden und die Kommunikation wird sowohl innerhalb des Unternehmens, als auch extern zu anderen Unternehmen oder Behörden vereinfacht. Zusätzlich wird die Projektplanung durch die Vorgabe von definierten und standardisierten Aktivitäten erleichtert.


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